Mittwoch, 29. Juli 2009
Was ist Schizophrenie?
Im folgenden werde ich versuchen die Grundzüge dieser Krankheit zu beschreiben. Es dient lediglich als kleiner Umriss zum einleitenden "Verständnis".
Für eine ausführlichere Ausarbeitung ist der Wikipediaartikel zu Rate zu ziehen: http://de.wikipedia.org/wiki/Schizophrenie

Die Schizophrenie ist eine psychiatrische Erkrankung des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivität (Gefühlsausdruck, Emotionalität). Schätzungsweise 1% der Weltbevölkerung, quer durch alle Kulturkreise und Gesellschaften, leidet unter dieser oft missverstandenen und stigmatisierten Störung. Schizophrenie (von altgriechisch σχίζειν schizein „abspalten“ und φρήν phrēn „Zwerchfell, Seele“) bedeutet nicht, wie allzu oft angenommen, dass sich die Persönlichkeit in verschiedene Teile aufspaltet. Es bedeutet dass zwischen der "allgemeingültigen" Wahrnehmung der Realität und der Wahrnehmung sowie Interpretation, dieser Realität, des Erkrankten eine Diskrepanz herrscht.
Der unter Schizophrenie Leidende konstruiert sich seine eigene Welt mit oft wahnhaften Inhalt wobei dies oft durch Halluzinationen verstärkt wird.
Generell teilt sich die Symptomatik in zwei Bereiche: Plus- und Minussymptome oder Negativ- und Positivsymptomatik. Die Plussymptomatik umfasst alle Symptome die das "normale" Erleben übersteigern; die Minussymptomatik wiederum verringert das normale Erleben.Insbesonders die Affektivität und den Antrieb, und schränkt den Erkrankten häufig bis zur Invalidität ein.
Eine Schizophrenie kann ganz unteschiedlich verlaufen:
1. einmalige psychotische Episode mit anschließend vollständiger Genesung
2. mehrere psychot. Episoden mit teilweiser bis vollständiger Gesundung
3. ein von regelmäßigen Episoden gekennzeichneter chronischer Verlauf.

Bei manchen Menschen bricht die erste Psychose plötzlich und mit vornehmlicher Positivsymptomatik aus, wobei hier gute Chancen für die vollständige Rehabilitierung bestehen. In den anderen Fällen, aber nicht ausschließlich, beginnt die Erkrankung schleichend (Prodromalphase) mit meist depressiven und antriebslosen Zügen bis dann schließlich nach Monaten oder sogar Jahren die eigentliche akute Krankheit ausbricht. Hier liegen gute Möglichkeiten die Krankheit früh zu erkennen und zu behandeln um den Patienten vor einem Ausbruch zu bewahren. Leider gestaltet sich dies in der Praxis schwer dahe diese Symptome differenziert abzugrenzen sind von Pubertätserscheinungen und depressiven Verstimmungen. Allerdings gibt es mittlerweile eine medizinische Methode die Veranlagung einer schizophrenen Erkrankung anhand einer Analyse der Glukosewerte und Energiestoffwechselprodukte Nervenwasser festzustellen.
Die Behandlung setzt sich im Idealfall aus verschiedenen Therapien zusammen:
1. Medikamentöse Therapie
2. Psychotherapie
3. Soziotherapie
Wobei die Behandlung mit Medikamenten, den sogenannten Antipsychotika/Neuroleptika, die Basis ist und manchmal auch erst die
erfolgreiche Teilnahme an den anderen Therapieformen ermöglicht.
Die Ziele der Psychotherapie sind meist praktisch orientiert und Flexibel. Dem Patienten wird hier Hilfe mit der Bewältigung der Krankheit und des Alltags geboten.
In der Soziotherapie wird versucht den Patient wieder in normale soziale Verhältnisse einzugliedern, das betrifft z.b. das Leben in der Familie, knüpfen und Aufrechterhaltung von Kontakten, berufliche Perspektive etc..
Die Medikation:
In der akuten Phase der Krankheit wird meistens ein Mix aus Sedativa und Antipsychotika/Neuroleptika gegeben. Zu den Sedativa zählen die sogenannten Benzodiazepine und Barbiturate. Die Benzodiazepine wirken angstlösend und beruhigend durch die herunterregelung der Gehirnaktivität.
Die Antispsychotika bzw. Neuroleptika wirken direkt gegen die Positivsymptomatik indem sie die stark erhöhte Informationsverarbeitung im Gehirn drosseln.

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