Mittwoch, 5. August 2009
Die erste psychotische Episode...
An die ersten zwei Wochen meines ersten Klinikaufhentalts kann ich mich kaum erinnern. Ich kann mittlerweile nur noch kleine Erinnerungsfetzten und Eindrücke, speerlich durch Worte zu beschreiben, reflektieren.
Aber wie fing alles an?
Jahrelang war ich schon mit Drogen (Methylphenidat und Cannabis) in Kontakt. Doch in den letzten Monaten vor diesem 19. Februar 2007, spitzte sich alles immer mehr zu.
Ich verkaufte meine erste E-Gitarre um mehr Geld für mehr Gras zur Verfügung zu haben. Von da an rauchte ich täglich durch meine neu erworbene erste Bong. Durch diesen langgezogenen Exzess verlor ich immer mehr an Gewicht und Kontrolle.
Ich wollte erreichen in mich einzutauchen und die absolute Wahrheit meiner Persönlichkeit zu erfahren.
Ich wollte einfach wissen wer ich bin. Dieser Drang entstand durch das mangelnde Vermögen meine Individuaität nach außen anzupassen und dadurch vielleicht akzeptiert und wertgeschätzt zu werden.
Und wie das immer so ist erzielte ich nur das Gegenteil.
Ich verlor mich immer mehr in meinen allnächtlichen Kiffexzessen, die meist spät nachts so gegen 1-2 Uhr begannen und ca. um 3-4 Uhr endeten um dann wenige Stunden später zur Schule zu gehen.
Die ersten Züge der Krankheit manifestierten sich schon über Jahre hinweg mit Depressionen, Antriebslosigkeit, Aggressionen und wachsender Ignoranz gegen alle Zukunftspläne.
Aber so richtig bemerkbar machten sich die ersten akuten Symptome einige Tage vor meinem ersten Klinokaufenthalt. Ich weiß noch wie ich auf einer Party dachte ich könnte mit dieser einen Katze telepathisch kommunizieren und ich extrem Geräuschempfindlich wurde (was auf einer Party schon sehr aufdringlich sein kann). Dazu kam dass ich noch weniger schlief.
Am Tag vor meiner Einlieferung meinte ich zu erkennen das sich das "Sprechen" (Intonation etc.) wie Gesang oder Musik anhörte. Ich war euphorisch und voller Tatendrang.
Endlich war der Zeitpunkt gekommen, so dachte ich, an dem ich endlich ein glücklicher, akzeptierter und beliebter Mensch wurde.
In der Nacht desselben Tages, spitzte sich alles noch mehr zu.
Ich spielte stundenlang mit meinem Keyboard und erkannte Ordung wo eigentlich nur Chaos war. Es war wie eine, den Seelenschmerz-heilende, Offenbarung. Ich begann eine Theorie auszuarbeiten nach der es eine einzige göttlich ausgezeichnete Geschwindigkeit gäbe an der sich alles orientieren würde. Ich war überzeugt dass wenn ich der treibenden Kraft dieser Geschwindigkeit folge ich am Ende des Tages Erleuchtung oder etwas ähnliches erfahre.
In der Schule am darauffolgenden Tag empfanden mich meine Mitschüler als komisch, schräg und irgendwie Ver-rückt.
Irgendwann im Englischunterricht war ich am Ende meiner Kräfte und kollabierte innerlich. In Panik rannte ich aus dem Unterrichtsraum um mich wieder zu beruhigen....wird fortgesetzt....

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